Hilfsmittel und Nachschlagewerke moderner Philatelie

Wer heute Briefmarken über Briefmarkenkataloge im Internet sucht, sollte nicht vergessen, wie wenig selbstverständlich es war, überhaupt geeignete Möglichkeiten zu finden, die kleinen Marken aufzubewahren. So erschien das erste kommerzielle Briefmarkenalbum 1862 in Paris. Es war damals eine querformatige, in Leder gebundene Mappe. Der Nachteil jener Alben war, dass die Marken eingeklebt und dadurch stark beschädigt wurden. Eine Lösung war später der Briefmarkenfalz, mit dem die Sammelobjekte in den Alben befestigt wurden. Auch wurden andere Lösungen für die Alben gefunden. So gab es 1884 ein mechanisches Briefmarkenalbum, welches weltweit das erste mit einer Schraubenheftung war, sodass einzelne Blätter des Briefmarkenalbums eingefügt oder ausgetauscht werden konnten. Letztlich werden heute zum Beispiel Klemmtaschen eingesetzt, um die Marken nicht mehr aufkleben zu müssen. Die Briefmarkenalben sind üblicherweise Einsteckbücher, gelegentlich auch Ringbinder.

Hilfsmittel, die ein Muss sind

Philatelisten und Philatelistinnen benötigen einige Hilfsmittel, um ihre Briefmarken sammeln zu können. So ist die Pinzette mit abgerundeten Ecken, wodurch Beschädigung der Sammelobjekte verhindert werden, ein Muss, ebenso wie die Lupe und die UV-Lampe. Mit der Lupe sind die Briefmarken in allen Einzelheiten auszumachen, mit der UV-Lampe hingegen die optischen Aufheller oder bei modernen Briefmarken gelegentlich das phosphoreszierende Papier. Zähnungsschlüssel helfen, die Zähnchen um die Briefmarken zu erkennen und zu zählen. Wenn Wasserzeichen in den Briefmarken genau betrachtet und analysiert werden müssen, macht man das heute mit Signoskopen, den modernen optischen Wasserzeichensuchern.

Philatelistische Kataloge und Fachzeitschriften

Die Fachleute der Philatelie benötigen Nachschlagewerke. Dazu zählen Briefmarkenkataloge, die auf Sammelgebiete spezialisiert sind. Wer sich mit Neuigkeiten auf dem Markt befassen möchte, schaut in die philatelistischen Fachzeitschriften. Dazu gehören Publikumszeitschriften, die teilweise Auflagen von 15.000 bis 20.000 Exemplaren erreichen, aber auch die Verbands- und Mitgliederzeitschriften, in Deutschland beispielsweise die Zeitschrift philatelie des Bunds Deutscher Philatelisten e. V. Die Spezialisten und Spezialistinnen unter den Fachleuten greifen bei entsprechender Ausrichtung auf Handbücher oder Spezialliteratur zurück, die als sehr informativ bewertet werden.